Dreisesselberg – 06.04.2012

Da sich die „Karfreitagswanderung“ im Vorjahr bewährt hat (siehe hier), wollte ich auch heuer diesen Tag für die erste Tour des Jahres nutzen. Begleitet hat mich diesmal mein Nachbar Martin. Eigentlich hatten wir an eine Tour im Süden Oberösterreichs gedacht, aber wir vermuteten zu viel Schnee, und außerdem war der Wetterbericht für das nördliche Oberösterreich besser als für den Süden. Wir entschieden uns also für eine Tour im Mühlviertel, und zwar auf den Dreisesselberg (1.332 m).

Kurz nach dem Parkplatz Oberschwarzenberg

Kurz nach dem Parkplatz Oberschwarzenberg

Kurz nach 8 starteten wir unsere Wanderung am Parkplatz in Oberschwarzenberg, noch ohne Regen. Kurz vor dem Parkplatz hatten wir Schneereste gesichtet, machten uns aber keine größeren Gedanken. Unser Plan war, über den Witikosteig aufzusteigen und dann über das Steinerne Meer zurückzuwandern. Schon nach wenigen Metern zeigte sich, dass der Weg zum Teil tief verschneit war und man regelmäßig einsank. Außerdem war gleich zu Beginn die Querung eines Baches nicht an der dafür vorgesehenen Stelle möglich, weil er zu viel Wasser führte. Etwas oberhalb fanden wir dann eine passende Stelle und „reisten“ nach Deutschland ein. In den darauffolgenden zwei Stunden kämpften wir uns durch den Schnee, in den wir regelmäßig einbrachen. Es war extrem mühsam, und wir kamen nur langsam vorwärts. Außerdem zehrten das ewige Einsinken/Einbrechen und das anschließende mühsame Rausklettern an meinen (unseren?) Kräften. Kurz unterhalb des Dreisesselberg-Gipfels schwenkten wir auf den Goldsteig ein, ohne den eigentlichen Gipfel erreicht zu haben. Zwischenzeitlich hatte es auch zu regnen begonnen. 😦

Und schon wieder bis zur Hüfte eingesunken.

Es begann eine lange Hangquerung, in der wir teilweise echt Mühe hatten, die Markierung zu finden. Außerdem gab es hier viele Stellen, an denen umgestürzte Bäume, Steine und dichtes Geäst unter dem Schnee versteckt lagen. Es kam des Öfteren vor, dass wir durch den Schnee durchbrachen und hüfthoch „versanken“…Gott sei Dank verliefen diese Stürze glimpflich.

In einer Regenpause gönnten wir uns eine kurze Stärkung, ehe wir zum „Steinernen Meer“ kamen. Dabei handelt es sich um eine Granitblockhalde, von der man laut Wanderbuch „einen prachtvoll weiten Ausblick auf Bayern und das Mühlviertel“ hat. Das einzige, was WIR sahen, war eine Wolken- und Nebelsuppe. 😦 Nach der Durchquerung des Steinernen Meeres wurde der Weg zwischenzeitlich etwas besser. Die Schneedecke war teilweise verschwunden. Eine Herausforderung war dann erneut der „Grenzbach“. Nur ganz vorsichtig wagten wir über eine Schneebrücke die Querung. Zwar wusste ich, dass hier eigentlich ein Steg sein muss, aber er war unter dem Schnee nicht wirklich zu erkennen.

Die letzte halbe Stunde zum Parkplatz war wohl eher als „Canyoning“ zu bezeichnen. Der Wanderweg glich einem Bachlauf, und wären unsere Schuhe nicht schon längst durchnässt gewesen, so wäre es hier endgültig so weit gewesen.

Nach knapp viereinhalb Stunden erreichten wir dann nass und erschöpft den Parkplatz.

Hier ein paar Impressionen:

Noch ganz schön viel Schnee…

Im dichten Nebel.

Am letzten Teilstück des „Wanderweges“

Fazit:
– aufgrund des Schnees konditionell recht fordernd
– regelmäßige „Durchbrüche“ durch die Schneedecke, daher gar nicht so ungefährlich und wirklich zum Aufpassen
– somit teilweise ziemlich „action-reich“
– mieses Wetter, aber aufgrund der entsprechenden Ausrüstung erträglich
– meine erste „Winterbesteigung“ eines Berges – eine interessante Erfahrung
– danke Martin für die Begleitung (gerne wieder mal, dann aber bei schönerem Wetter…) und die Fotos.

P.S.: Nach der Wanderung habe ich noch am Parkplatz kurz meine Mails gecheckt. Unter anderem war eins dabei von Theresa vom Team der Dümlerhütte. Seespitz und Dümlerhütte hatten wir als Ziel ausgeschlossen, weil wir zu viel Schnee vermuteten, trotzdem hatte ich Anfang der Woche ein Mail an die Betreiber der Dümlerhütte geschrieben.  Zitat aus dem Mail vom Dümlerhütten-Team: „Hallo Michael! Ja, ihr könnte schon mit normalen Wanderschuhen zu uns rauf gehen, wobei die meisten Wanderer von Roßleithen (Sengstschmied) weggehen. Der Weg ist dort leichter begehbar und der Schnee ist unten schon total weg. Bei uns auf der Hütte gibt es schon noch Schnee, aber der ist kompakt, dass es mit Wanderschuhen kein Problem ist. Wir freuen uns auf euch! lg Theresa“. Tja… 😦


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