Dota Kehr – 21.10.2015

bis-auf-den-grund_800pxWas für ein sonderbares Cover. Das hab ich mir gedacht, als ich (Michi) vor einigen Monaten im CD-Regal der Stadtbücherei gestöbert habe. Auf dem Cover sieht man eine Bohrinsel im Meer, das ganze Bild ist grün-stichig. „Dota und die Stadtpiraten – Bis auf den Grund“. Nie gehört. Ohne mich genauer damit zu beschäftigen habe ich die CD einfach genommen und zu den anderen CDs gesteckt, die ich mir ausleihen wollte.

Daheim wurde die CD dann irgendwann mal eingelegt, und siehe da – ein tolles Fundstück! Auf Anhieb haben mir die Lieder gefallen. Schnell mal den allwissenden „Wiki-Beda“ angeworfen, der spuckt aus:

Dorothea („Dota“) Kehr (* 14. September 1979 in Berlin) ist eine deutsche Sängerin, Liedermacherin und Musikproduzentin.

Ah ja.

Und noch einige weitere interessante Infos hat der Wiki-Beda bereit: ausgebildete Medizinerin, zuerst Straßenmusikerin, eigenes Label, Liebe zu südamerikanischer Musik, deutscher Kleinkunstpreis (zurecht!), zweifache Mutter.

Beeindruckend.

In den nächsten Tagen und Wochen lief die CD rauf und runter. Den Musikstil zu beschreiben ist nicht ganz einfach. Eine Menge Wortwitz, die Inhalte pendeln zwischen absurd, lustig, melancholisch, kritisch. Jedenfalls sehr abwechslungsreich. Bald haben wir alle die Lieder intus. Ich: „Auf einer Sandbank…“, das Fräulein Tochter „…im Oooooozean“. Ich: „Die Welt ist was…“ Sie: „Gemachtes!“

Dann mal auf die Homepage www.kleingeldprinzessin.de gesurft und überrascht festgestellt, dass der Posthof auf dem Tourplan steht. Ohne Band, Dota solo. Juhu, die schauen wir uns an. 2. Reihe, 17 EUR. Des leist ma uns.

Dota Eintrittskarte

Noch schnell 2 CDs bestellt („Solo live“ und „Wo soll ich suchen“). Man will ja vorbereitet sein.

Gestern war es dann soweit. Zuerst eine Stärkung im Posthofbeisl, der Star des Abends sitzt am Nebentisch und gönnt sich eine Frittatensuppe (*tuscheltuschel* Ja, das ist sie! *tuscheltuschel*). Punkt 8 stürmt sie dann auf die Bühne, fast zu schnell und zu unerwartet für den Licht-Mann. Die Erwartungen waren hoch, und sie wurden nicht enttäuscht. Die Frau hat Witz, Charme und Tiefgang. Spielt hervorragend Gitarre.

Auch wenn der Mittlere Saal im Posthof bei weitem nicht ausverkauft war, die Stimmung war gut. Ganz alleine steht sie auf der Bühne, keine Begleitband, nix zum Verstecken. Das Publikum hängt an ihren Lippen und ist konzentriert, um den skurrilen vertonten Geschichten zu folgen, die sie zu erzählen hat. Sie nimmt das Publikum mit auf die Reise, man begegnet einer Piratin, einem Monster, einer Fee, der Liebe und natürlich dem O-O-O-Ohrsteckermädchen.

Ein wunderschöner Abend und ein echter Tipp für alle, die auf ehrliche, handgemachte Lieder mit Witz und Tiefgang stehen.

Link-Tipps:
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Bald fang ich wieder an

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