Hofpürglhütte und Linzer Weg + Dachsteinsüdwandhütte – 09.07.2016

Nach der herrlichen Tour auf den Sinabell am Vortag war es am zweiten Tag meines Wanderwochenendes in der Früh wolkenverhangen und es nieselte. Während des Tages sollte es besser werden, so der Wetterbericht. Ich packte meine Sachen und fuhr nach Filzmoos und von hier über die Mautstraße zur Oberhofalm. Dort wartete ich einen kurzen Schauer im Auto ab und machte mich dann über den Wastl-Lackner-Weg auf in Richtung Hofpürglhütte.

Die Wege rund um die Hofpürglhütte werden von der Sektion Linz des Alpenvereins betreut. Vor kurzem wurden dort die alten Schilder gegen die neuen (gelben) ausgetauscht, und die alten Schilder konnten gegen eine Spende erworben werden. Seither hängt im Stiegenaufgang unseres Hauses ein Wegweiser „Hofpürglhütte“, und irgendwie war es mir ein Bedürfnis, die Hütte endlich mal zu besuchen.

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Wegweiser bei unserem Stiegenaufgang

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Almgebiet der Oberhofalm

Es war ziemlich wolkenverhangen, und man konnte die eigentlich nur sehr wenig sehen von der umliegenden Bergwelt.

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Schon nach 20 min kam ein neuer Nieselregen, der aber nur kurz dauerte. Und von da an sollte es trocken bleiben. Nach gut der Hälfte des Aufstieges kamen mir ein paar Damen entgegen, und eine machte mich darauf aufmerksam, dass mein Schuh kaputt wäre. War mir zuvor noch gar nicht aufgefallen, aber sie hatte recht: bei einem Schuh löste sich die Sohle! Kein Renommee für den Hersteller von „Premium-Schuhen“, die Firma Meindl! Der Schuh war ca. 5 Jahre alt und nicht übertrieben oft im Einsatz… Was tun?

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Ich entschied mich, es bis zur Hofpürglhütte zu versuchen und dann zu entscheiden, wie es weitergehen sollte. Nach einer Stunde war ich oben und bat die (nicht übertrieben freundliche :-/) Hüttenwirtin um Hilfe. Kleber habe sie keinen, meinte sie etwas wirsch, aber einen Spagat, und ich könnte versuchen, die Sohle am Schuh „anzubinden“. Der Spagat war aber so dünn, dass er gleich riss, wenn man fester anzog. Ein tschechischer Kellner und Bergfex brachte mir dann ein Tape, mit dem ich Schuh und Sohle umwickelte. Das sah schon deutlich stabiler aus. 🙂

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Vor der Hofpürglhütte: Blick auf den weiteren Wegverlauf

Ich beschloss, die Wanderung fortzusetzen. Mittlerweile war das Wetter auch etwas besser, die Wolken verzogen sich teilweise und man konnte den herrlichen Talkessel unterhalb der Bischofsmütze erkennen. Wie schön es hier wohl erst bei Sonnenschein sein muss! Unterhalb der Bischofsmütze befindet sich auch der Klettergarten der Hofpürglhütte, der auch an diesem Tag gut besucht war.

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Unterhalb der Bischofsmütze führt der Weg nun ziemlich eben bis zur Abzweigung zum Steiglpass. Von dort geht es auf dem Linzer Steig in leichtem Auf und Ab über Wiesen, mehrere Geländestufen, durch Schuttrinnen und Latschenfelder weiter.

Ich merkte, dass das Provisorium am Schuh nicht ewig halten würde, und kurz vor dem Rinderfeld löste sich das Tape endgültig. 😦 Mit Hansaplast aus dem Erste Hilfe Tascherl konnte ich die Sohle so halbwegs fixieren. :-/

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Abzweigung beim „Rinderfeld“

Entlang eines Baches geht es dann über herrliche Almböden, bevor es dann deutlich steiler hinunter geht zur Hofalm.

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Mäander der Warmen Mandling

Etwa dreieinhalb Stunden reine Gehzeit benötigt man für die Runde, und ich bin mir sicher, dass ich die Wanderung noch einmal machen werde – dann aber bei Sonne und mit guten Schuhen. 🙂

Die Schuhe habe ich nach dem Wanderwochenende eingeschickt, es wurde eine neue Sohle kostenlos geklebt (auch beim zweiten Schuh). Hoffe, das hält nun, liebe Firma Meindl, sunst haumma a Problem, mia zwa. 😦

Nachschlag: Dachsteinsüdwandhütte

Da die Wanderung zur Hofpürglhütte kürzer war als gedacht und ich noch Energie hat, entschied ich mich kurzerhand, zur Dachsteinsüdwandbahn-Talsation zu fahren (Mautstraße dank „Schladming-Dachstein-Card“ kostenlos).

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Ich hatte mir schon länger vorgenommen, mir die so spektakulär gelegene Dachsteinsüdwandhütte anzuschauen. Der Weg wird im Führer als „breiter, bequemer Wanderweg“ beschrieben und ich hatte die Hoffnung, dass ich den Weg auch mit normalen Turnschuhen gehen konnte. Eine knappe dreiviertel Stunde soll der Weg von der Talstation zur Hütte lt. Wanderführer dauern, tatsächlich war ich in 20 min dort.

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Blick zurück auf den Anstiegsweg

Und turnschuh-tauglich ist der Weg wirklich, aber natürlich wären zumindest hohe Schuhe besser. Die Hütte ist wirklich spektakulär gelegen – man wandert unter den Seilen der Bahn durch, erst durch ein lichtes Wäldchen, dann über eine Schutthalde.

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Kurz vor der Hütte

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Die Hütte liegt direkt unter der Südwand, die 1.000 m senkrecht hinaufgeht. Herrlich der Blick von der Hütte Richtung Törl („Pernerweg“) – ein neuer Punkt auf der „To Do“-Liste. 🙂

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Blick Richtung Törl

Nach einem Getränk geht es flott zurück zum Parklplatz und zurück ins Hotel.

Durch die kaputten Bergschuhe konnte ich am nächsten Tag keine Bergtour mehr gehen und entschied mich daher für eine kurze „Halbschuhwanderung“ von der Ursprungalm zu den Giglachseen.

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